Cuba - La Vida es no Ponyhof

Unsere Ankunft in Kuba am frühen Abend verlief leider nicht so glatt wie erwartet. Der vereinbarte Schuttle-Service von unseren Gastgebern blieb leider aus, wie wir nach 2 Stunden Warterei feststellen mussten. Durch die Mithilfe einer überaus freundlichen Kubanerin - die eigens für uns Ihren Kiosk für eine Viertelstunde schloss - verstanden wir allmählich das "Wie" an den omnipräsenten Telefonzellen und riefen unsere "Casa" an.
La Habana - Allabendliches Treffen am Malecon
La Habana - Allabendliches Treffen am Malecon
Man hatte uns nicht vergessen, sondern erst ein paar Tage mit uns gerechnet. Natürlich waren alle drei Zimmer der Unterkunft für diese Nacht bereits ausgebucht, aber wir hätten "Glück", denn die Familie besäße noch eine inoffizielle Alternative für uns nur drei Blocks weiter. Es war schon spät und wir waren müde und hungrig. Also willigten wir ein, stiegen in ein Taxi und fuhren zu unserer Unterkunft. Tja naja, man wird gelassener wenn man durch die Welt reist ... 
Nur einer von vielen Hinguckern direkt vorm Capitol
Nur einer von vielen Hinguckern direkt vorm Capitol
Die ersten Tage verbrachten wir damit La Habana kennen zu lernen und die Eindrücke auf uns wirken zulassen. Irgendwie faszinierend, aber auch nicht wirklich schön. Müll, Gestank und eine verhältnismäßig eher geringere Gastfreundschaft ... typisch Hauptstadt halt. Die alten Häuser und vor allem die zahllosen Oldtimer waren natürlich was ganz besonderes und lassen natürlich jeden noch so unbegabten Knipser in einen Fotorausch verfallen. 
Coco-Taxi-Driver Toni
Coco-Taxi-Driver Toni
Das Thermometer zeigte 40 Grad, also höchste Zeit mal ans Meer zu fahren. Wir kauften uns Bustickets und fuhren in das 2-3 Stunden entfernte Varadero. Ein langgezogene Küstensiedlung auf einer rund 20 km langen Halbinsel mit einem ebenso langen traumhaften Sandstrand. Wir haben auf unserer Reise zwar schon noch schönere Strände erlebt, aber anders als bei diesen, mussten wir diesmal keine teuren Tagesausflüge, Taxis und ähnliches bezahlen. Kein Haus ist hier weiter als 150 m vom türkis-blauen Wasser entfernt. Wir haben uns natürlich wie immer, wenn es geht, von der "Hotelzone" fern gehalten und hatten so die Gelegenheit die Kubaner authentisch zu erleben. Hier waren die Leute schon angenehmer, aber so richtig Ausstrahlung schien uns in Kuba keiner zu haben. Manche schimpfen ja manchmal auf die "Servicewüste Deutschland". Diese Kritiker waren definitiv noch nicht im "Castro-Land". Da wir aber ja recht hartnäckig sein können, haben wir es irgendwie trotzdem geschafft mit unseren frisch erlernten Spanischkenntnissen, den Leuten ein Lächeln abzugewinnen. Und damit meine ich nicht, dass sie uns ausgelacht haben .... oder vielleicht doch?! hmm ... 

Gran Languste, Pommes, Reis, Salat ... ca. 12 EUR :-D
Gran Languste, Pommes, Reis, Salat ... ca. 12 EUR :-D
Am Tag unserer Ankunft auf der Insel war auch unser 5. Hochzeitstag und da dieser Tag wie ja bereits erzählt nicht so glatt ablief, haben wir in Varadero unser Jubiläum mit ein paar leckeren Mojitos und gegrillter Languste nachgefeiert. Man speist übrigens am besten und günstigsten in den Casas selbst. Man sagt morgens Bescheid und Abends kann man auf der Terrasse - meist mit Meerblick - köstlich dinieren. Die staatlichen Restaurants sind eher nicht zu empfehlen. Die Preise sind häufig doppelt so hoch und die Qualität und Frische lässt sehr zu wünschen übrig. Wir wollten mal einen Tag was anderes ausprobieren und gingen in das beste staatliche Restaurant vor Ort. Am nächsten Tag haben wir nur selten "el baño" verlassen können ...
Allgegenwärtig: Señor Castro, hier im Büro eines Busfahrkartenverkäufers
Allgegenwärtig: Señor Castro, hier im Büro eines Busfahrkartenverkäufers
Unser nächster nennenswerter Stopp war die sehr schöne Kolonialstadt Trinidad. Wir waren zwar auch in Cienfuegos, aber da war es eher langweilig, oh Moment doch ... die Busfahrt nach dorthin wäre erwähnenswert, denn wo erlebt man dass schon mal dass der Linienbus mitten in der Pampa anhält, der Busfahrer aussteigt und erstmal für 10 Minuten Mangos pflücken geht. :-) Übrigens waren die Mangos hierzulande die besten die wir je gegessen haben. Sogar besser als in Thailand und Mexiko. Unfassbar lecker! 
Unser Blick auf Trinidad von der Terrasse aus unserer Casa
Unser Blick auf Trinidad von der Terrasse aus unserer Casa
Zurück zu Trinidad. Dieses charmante Städtchen war eines unserer Highlights auf Kuba. Wir verlängerten immer wieder unseren Aufenthalt, weil es so schön war. Die Altstadt lud ein sich darin zu verlieren und wir hatten zeitweise auch eine ganz tolle Casa, die mit einer großen Dachterrasse aufwartete. Tagsüber brannte die Sonne und wir machten Ausflüge zum Meer oder zu irgendwelchen Wasserfällen mit natürlichen, schweinekalten Pools. Zum Nachmittag zogen sich die Wolken zu und wir machten es uns auf der Terrasse mit Kaffee gemütlich und beobachten das tägliche Gewitter über der Stadt. Beängstigend ("Sag mal Schatz, sind das eigentlich Eisenstühle?!?"), aber auch magisch fesselnd ... :-) 
Wir hatten das Gefühl vorerst genug von Kuba gesehen zu haben und entschlossen uns daher nicht weiter in den Osten vorzudringen, sondern uns wieder auf den Weg zurück zu machen Richtung Hauptstadt. Wir verbrachten wieder ein paar entspannte Tage in Varadero und fuhren dann an La Habana dran vorbei und waren auf dem Weg nach Viñales, wo wir eine Tabakplantage besuchen wollten. Doch dazu sollte es nicht kommen. Noch im Bus sitzend bekamen wir einen Anruf mit der schrecklichen Nachricht, dass ein näherer Angehöriger schwer erkrankt sei. Schock. Auch wenn man vorher solche Risiken bespricht, vorbereiten kann man sich nie darauf. Wir hatten Glück und konnten gleich am nächsten Tag ein Flug nach Frankfurt nehmen. 
Abschließend zu Kuba möchte ich sagen, man kann von Kuba halten was man möchte, aber es ist definitiv (noch) einzigartig. Und so sehr ich auch für Kuba hoffe, dass das so bleibt, so sehr wünsche ich den Kubanern, dass sich ihre Lebensqualität verbessert und sie auch vom internationalen Fortschritt profitieren. Sie haben ein Recht darauf. 
Glückliche Christina am Strand von Varadero - ihre Augen  verraten mehr als 1000 Worte: Die Weltreise  war die beste Idee, die wir je hatten .... (also gleich  nach der  Idee zu heiraten;-)
Glückliche Christina am Strand von Varadero - ihre Augen verraten mehr als 1000 Worte: Die Weltreise war die beste Idee, die wir je hatten .... (also gleich nach der Idee zu heiraten;-)

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