Chiapas - Der Süden Mexikos

Und wieder ging es weiter. Wir verließen Yucatan und fuhren mit dem Bus in den benachbarten Bundesstaat Chiapas. Wiedermal klappte alles wunderbar. Doch etwas war diesmal anders ...
War auf der Liste der Wunschfahrzeuge für die Weiterreise leider nicht mit drauf ... :-x
War auf der Liste der Wunschfahrzeuge für die Weiterreise leider nicht mit drauf ... :-x
Zum ersten Mal auf unserer mittlerweile fast ein Jahr andauernden Reise durch die Welt - immerhin schon 15 Länder bis dato - bereiteten wir uns darauf vor überfallen zu werden. Um es schon mal vorweg zu nehmen: Es ist nichts passiert, Gott sei Dank. Mexiko ist sicher. Auch wenn uns die Medien mit manchen dramatischen Stories das Blut in den Adern gefrieren lassen, ist es statistisch gesehen höchst unwahrscheinlich, das man selbst Opfer wird. In Yucatan wird man vermutlich eher von einem Meteoriten erschlagen oder erleidet den Hitzetod, als dass man Opfer einer Gewalttat wird. In Chiapas kann es da schon eher zu kommen, obwohl man auch hier am ehesten Opfer eines Überfalles werden kann, wo einem zu 99,9% nix passiert, wenn man einfach brav die Wertsachen rausrückt. Und genau darauf hatten wir uns vorbereitet. Die sonst in einem kleinen, von mir getragenen Rucksack verstauten elektronischen Geräte, sowie Pässe, Geld, usw. wurden diesmal auf alle möglichen Taschen und Rucksäcke verteilt und lediglich ein, zwei entbehrliche Geräte wie z.B. Tinas kaputtes IPhone und eins unserer Kindles, sowie ein kleiner Handbestand an Bargeld wurde für die evtl. Räuber im besagten Rucksack mitsamt unserer Dreckswäsche (hehehe ...) bereitgestellt. Der Sicherheit halber wurden natürlich Pässe, weiteres Geld, Kreditkarten sowie die aus sämtlichen Kameras entnommenen Speicherkarten ebenfalls sicher in der unauffälligen Gürteltasche von mir verstaut. Wir waren bereit für den Ernstfall - wenn man das überhaupt sein kann - aber wie schon gesagt, es kam erfreulicherweise nicht dazu. 
Mystische Stimmung in Palenque
Mystische Stimmung in Palenque
Als wir am Nachmittag in Palenque ankamen, waren wir erstmal überrascht von den vielen günstigen und guten (!) Speiselokalen. Der Lonely Planet Mexiko ließ leider was dies anging kein gutes Haar an diesem überschaubaren Ort, der hauptsächlich als Ausgangspunkt zu den naheliegenden Mayaruinen dient. Wir hatten ein sauberes und sehr günstiges Hotelzimmer für eine Nacht gebucht. Denn am nächsten Tag sollte es nach dem obligatorischen Besuch der mitten im Dschungel gelegenen Ruinen auch schon weiter gehen nach San Cristóbal de las Casas. Wer nach Mexiko kommt, sollte sich meiner Meinung nach unbedingt die Zeit nehmen, diesen archäologischen Bereich zu besuchen. Gerade wenn man morgens einer der ersten hier ist und es kaum andere Touristen gibt (gibt generell hier weniger als z.B. in Chichen Itza) versprüht der Ort einen ganz besonderen fast schon mystischen Zauber. Ringsherum um die auf Hügeln gelegenen Stätten ist alles grün und auf dem Dschungel liegt ein Nebelschleier. Untermalt wird das ganze akustisch durch die Schreie der Brüllaffen. Spezielle Momente, sage ich nur ... :-) 
Flanieren auf der "Real de Guadalupe"
Flanieren auf der "Real de Guadalupe"
San Cristóbal de las Casas ist auf 2.100m im zentralen Hochland von Chiapas gelegen. Es ist frisch hier und das Wort "Regenzeit" gewinnt für uns erstmals so richtig an Bedeutung. Es schüttet jeden Nachmittag und schlagartig werden aus den Straßen, reißende Flüsse mit einer Wassertiefe von bis zu 30 cm (!). Ansonsten ist die Stadt sehr schön und hat einen gemütlichen Charme. Abwechslungsreiche Restaurants und Bars, belebte Plätze, flanierbare (echte) Fußgängerzonen und schöne Kirchen. 
Nasse Füße in San Cristóbal de las Casas
Nasse Füße in San Cristóbal de las Casas
Die Menschen sind wie überall in den von uns bereisten Gebieten Mexikos sehr nett. Hier überwiegt übrigens die indigene Bevölkerung (Mayas) und Spanisch selbst, wird eher als 1. Fremdsprache betrachtet. Wir blieben länger als gedacht, da es uns so gut gefiel. Zunächst kamen wir bei einer Irin unter, die hier schon seit ein paar Jahren mit ihren beiden süßen Hunden, zwei Katzen, einem Hasen und zwei händevoll verrückter Hühner ein privates "Homestay" (= teilt ihr privates Haus mit fremden Gäste) betreibt. War toll bei ihr, doch leider zu toll, als wir verlängern wollten war leider schon alles ausgebucht, sodass wir in ein befreundetes Hostel ganz in der Nähe umzogen, welches noch ein günstiges Doppelzimmer für uns frei hatte. Wir hatten insgesamt eine schöne gute Woche hier. 
Überraschenderweise beschlossen wir in San Cristóbal de las Casas, dass unser weiterer Weg nicht nach Norden in Richtung Mexiko City führen soll, sondern in den Süden und zwar ... nach Guatemala! :-)    

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