Städtehopping auf Yucatan

Im letzten Blogartikel habe ich ja speziell über unsere Erfahrungen mit den Cenotes informiert und welchen Spaß wir damit hatten. Yucatan hat jedoch darüber hinaus auch noch ein paar niedliche Städte zu bieten, die einen (längeren) Besuch wert sind.
Wir verließen Tulum mit dem Bus in Richtung Vallodolid. An dieser Stelle möchte ich mal kurz hervorheben, wie angenehm das Reisen mit dem Bus in Mexiko ist. Das Verkehrsnetz ist touristenfreundlich aufgebaut, die Busse sind pünktlich, der Komfort (Beinfreiheit, TV, Bordtoilette, etc.) in den Fahrzeugen ist besser als in mancher Businessclass bekannter Airlines und das ganze zu annehmbaren Preisen. So zurück zu Vallodolid ... my favourite place in Yucatan ... 
Kathedrale des San Gervasio in Valladolid - Besonders schön am Abend
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Wir kamen bei einem Französisch-Mexikanischem Pärchen unter, welches sich direkt neben dem Marktplatz des Ortes ein uraltes Kolonialhaus gemietet hat und im zweiten Geschoss zwei Apartments für Reisende über AirBnB anbietet. Wir hatten Glück, das Apartment neben uns war leer, so dass wir quasi die ganze Etage für uns hatten. Von hier aus konnten wir eine paar schöne Unternehmungen starten (siehe vorherigen Blogartikel) aber auch der Ort selbst war irgendwie verzaubernd. Es war auch schon toll hier einfach nur spazieren zu gehen und sich im zentralen Park eine Marquesita con Queso (Krosser, hauchdünner Pfannkuchen mit Käse) oder ein selbst gemachtes Maiseis zu kaufen. Letzteres ist ein absolutes Muss hier! Unglaublich lecker auch wenn man zunächst mal etwas skeptisch ist. Eines Abends, wir schlenderten gerade über den Platz, da bemerkten wir, dass sich dort mehr Leute als üblich befanden und im nächsten Moment kam eine Ansage über Mikrofon ... Pause ... Musik! Und die ganze Meute "schwang die Hufte" zu Salsa, Mambo, ChaChaCha und anderen lateinamerikanischen Rhythmen. Egal ob alt oder jung, klein oder groß, arm oder wohlhabend ... der ganze Ort hat sich versammelt und war am Tanzen ... und auch wir konnten dem nicht widerstehen und fanden uns wenig später in der hüftschwingenden Masse wieder. Ein tolles Gefühl. Später erfuhren wir, dass diese Tanzveranstaltung jeden Sonntag stattfindet und dass es für viele das Highlight der Woche ist, weil es beim Tanzen keine Rolle spielt, wo Du herkommst, was Du machst oder denkst. Beim Tanzen sind wir alle gleich. :-) 
Alte Käfer gibt es in Mexiko mehr als Sterne am Himmel - VW lässt in Puebla Seit 1967 diverse Modelle produzieren und beschäftigt nahezu 15.000 Mitarbeiter
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Unser nächstes Ziel hieß Mérida. Eine buchstäblich heiße Stadt! Nach Dubai war dies der heißeste Ort unserer gesamten Reise. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass sie inmitten des "Chicxulub-Kraters" liegt. Dieser entstand vor rund 65 Millionen Jahren als ein 10-15 km großer Meteorit an dieser Stelle auf die Erde niedergegangen war. Die Konfrontation damals und die Folgen darauf waren übrigens so verheerend, dass das Ereignis noch heute als die wahrscheinlichste Theorie für das Massensterben der Dinosaurier gehandelt wird. Wie dem auch sei, ich glaubte fest daran, das auch wir bald aufgrund der anherrschenden Hitze zu den Folgeopfern gezählt werden würden. Wir Sparfüchse hatten übrigens obendrein noch uns einquartiert in einem Zimmer in einer Mexikanischen WG ... ohne Klimaanlage versteht sich. In Mérida kann man vieles sehen und erleben. Museen, Ausgrabungen, Kunstgalerien, Kolonialprachtbauten, ... man findet alles hier. Wir ... machten nichts davon. :-) Es war uns einfach viel zu heiß. Stattdessen hatten wir uns mehr mit unseren neuen WG-Brüdern, Raúl und Guillermo,  beschäftigt, zwei sympathische Zeitgenossen in den Mittzwanzigern, die viel vom Leben in Mexiko zu berichten hatten und mit denen wir dann auch um die Häuser gezogen waren. Bei der Gelegenheit habe ich dann übrigens auch mal einen "Mexcal" kosten können. Ähnlich wie sein Bruder Tequilla, kommt dieser selten alleine daher. Begleitet von einer Dicken Orangenscheibe und einem süß-sauren, rötlichen Pulver, wird das Ganze dann ähnlich wie bei uns "weggezogen". Schmeckte gut! Aber ich blieb dann doch der Sicherheit halber lieber bei Bier ... ;-) 
Eine heiße Schokolade mit Minze -Ist lecker und gibt Kraft :-)
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Als nächstes zog es uns nach Campeche, unserer letzten Station auf der Yucatanischen Halbinsel. Die Temperaturen wurden hier wieder deutlich angenehmer, was wohl mit der Lage am Golf vom Mexiko zu tun hatte. Die meisten halten hier nicht, sondern fahren direkt weiter nach Palenque von Mérida aus kommend oder eben andersherum. Da wir beide jedoch zu den eher gemütlicheren Reisendenden gehören, vermeiden wir wo es geht zu lange Fahrten und Nachfahrten im Generellen. Aber lange blieben wir auch nicht, weswegen wir auch nicht viel zu dem Ort sagen können, außer das wir dort die bis dahin wohl schönste Wohnung in Mexiko hatten und die leckerste "Horchata de Arroz" (Reismilchgetränk) genossen haben, die nämlich mit Kokos-Eis verfeinert wurde. Lecker!!!

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