Schnorcheln an der Riviera Maya

Nachdem wir gerade erst 2 Monate in Australien und Neuseeland mit einem Wohnmobil unterwegs waren, hatten wir beschlossen uns die Erkundung der Westküste der USA und Kanada im Allgemeinen für später irgendwann mal aufzusparen. Daher blieben wir in LA nur eine Nacht in Flughafennähe und flogen am nächsten Tag gleich weiter nach ... Mexiko! :-)
Mamay - Wie Avocado, nur knallrot und supersüss! Lecker, lecker!
Mamay - Wie Avocado, nur knallrot und supersüss! Lecker, lecker!
Genauer gesagt nach Cancun, wo wir zum "akklimatisieren" erst mal ein paar Tage blieben. Zugegeben, diese waren nicht besonders ereignisreich, doch war es ein prima Einstieg um sich ein bisschen mit der mexikanischen Kultur vertraut zu machen. Wir hatten uns in einem kleinen Apartment im untouristischen Zentrum der Stadt eingemietet und so einen super Zugang zu lokalen Märkten und Restaurants gehabt. Die Vielfalt an leckeren Früchten war übrigens noch größer als in Thailand. 
Das karibische Meer in Cancun - sieht gut aus, oder? ;-)
Das karibische Meer in Cancun - sieht gut aus, oder? ;-)
Gerade nach der eher mangelnden gesunden Ernährung auf den Cooks, empfanden wir dies als paradiesisch. Neben den bekannten tropischen Obstsorten, wie Mango, Ananas, etc. erhält man noch zahlreiche weitere, die nur hier wachsen.  Schon mal was von Mamey, Anona, Nance oder Guañabana gehört? Der Strand von Cancun war übrigens auch ein Knüller. Wir hatten Glück außerhalb der "Spring-Break-Saison" zu sein, so dass wir uns nicht den meilenlangen weißen Sandstrand und das türkisblaue Meer mit abertausenden, partywütigen, amerikanischen Jugendlichen teilen mussten, sondern (fast) ganz für uns alleine hatten.
Avocado mit frischem Schrimpscocktail - Einfach himmlisch!
Avocado mit frischem Schrimpscocktail - Einfach himmlisch!
Weiter ging es mit dem Bus nach Playa Del Carmen, wo eine schöne Flaniermeile (5 Avenida) mit der wohl größten Swimwear-Shop-Dichte auf der Welt (!)(Tina hat trotzdem keinen gekauft ...) darauf wartete von uns begangen zu werden. Nach Playa, wie der Volksmund die kleine Küstenstadt kurz nennt, kommen meist nur "Urlauber", was man unweigerlich an den deutlich höheren Preisen erkannte. Man kann sich hier prima den Bauch voll schlagen, denn es gibt reichlich richtig gute Restaurants. Das taten wir dann auch. :-) Da es uns dann aber doch ein bisschen zu sehr schröpfte und wir leider auch etwas Pech hatten mit dem Strand (extreme Algenplage zu unserer Zeit), entschlossen wir uns, schon nach wenigen Tagen wieder mit dem Bus weiter in den Süden zu fahren und zwar nach Tulum.
Schaut mal wie die guckt die Echse ... was die wohl denkt?
Schaut mal wie die guckt die Echse ... was die wohl denkt?
Tulum besteht im Grunde genommen aus zwei Teilen: Eine Hotelsiedlung direkt am Strand und Tulum-Stadt (ca. 5 Autominuten zum Strand), wobei der Begriff Stadt hier maßlos übertrieben ist. Die Rede ist von einer 8-Block-langen Hauptstraße mit ein paar Restaurants und Geschäften links uns rechts. In zweiter Reihe sind dann schon die Wohnhäuser, wo wir ebenfalls eine günstige, gemütliche Wohnung fanden. Tulum ist bekannt für seinen schönen langen, weißsandigen Palmenstrand und vor allem für seine Mayaruinen, die sich direkt am Strand befinden. Diese sind, so empfanden wir, zwar nicht so spektakulär wie manche, die noch vor uns lagen, aber dennoch waren sie einen Besuch wert, insbesondere wenn man Leguane mag. Die flitzen da nämlich so rum, wenn sie sich nicht gerade in der Sonne aalen.
Palmenstrand von Tulum
Palmenstrand von Tulum
Der Strand und das seichte Wasser (bis rund zehn Meter rein ...) waren zwar leider auch hier extrem Algenverseucht, aber wir hatten Glück, denn ein freundlicher Mexikanischer Kapitän fragte uns, ob wir Lust hätten mit ihm und einer mexikanischen Familie ein bisschen rauszufahren, um zu Schnorcheln und die Ruinen vom Boot aus zu besichtigen. Das ganze dauere  nur eine Stunde und koste uns nur 300 Mex. Pesos (ca. 18 EUR) zusammen und das wäre sein bester Preis, denn er ist ja schließlich der "Kapo". Normalerweise hätten wir freundlich abgewunken und hätten uns im Internet informiert über Preise, Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit der verschiedener Schnorchelcompanies. Aber irgendwas in den Augen des Kapitäns verriet mir, dass das eine "runde Sache" werden würde, also schoss ich wie aus der Pistole ein "Yes, why not?!". Mit meinem Bauchgefühl lag ich gold richtig! Der Ausflug war superklasse! Wir haben zahlreiche Korallen und bunte Fische groß und klein (leider hatten wir unsere Unterwasserkamera nicht dabei) gesehen und haben uns von der mexikanischen Familie auch noch auf ein Bier an Bord einladen lassen, als wir dann die Ruinen zum Sonnenuntergang besichtigt haben. Am Ende wurde aus der einen geplanten Stunde, zweieinhalb Stunden und der Kapo wollte im Anschluss noch nicht mal ein Trinkgeld. Was sagt man dazu? :-) 
Einmalige Erlebnisse in Akumal
Einmalige Erlebnisse in Akumal
Schnorcheln war generell das Thema der Woche bei uns. Zum einen besuchten wir hier noch zwei berühmte "Cenotes". Das sind Kalksteinlöcher, die durch den Einsturz der Höhlendecke entstanden und mal mit Süß- mal mit Salzwasser oder beidem zugleich gefühlt sind. Mehr dazu allerdings im nächsten Blogartikel. Zum anderen haben wir einen Tag einen kleinen Ausflug mit den "Collectivos" (Minivans-Sammeltaxis; fahren festgelegte Routen und halten an, wenn man an der Straße die Hand hebt; kosten selbst bei längeren Strecken nur kleines Geld; super Sache) unternommen und sind in das benachbarte Strandörtchen "Akumal Beach" gefahren. Da, hatte ich zuvor gelesen, soll es vor großen Meeresschildkröten nur so wimmeln. Als wir ankamen wurden wir erstmal von allen möglichen Guides belagert, die uns verklickern wollten, ohne deren Mithilfe würden wir keine "Tortugas" zu Gesicht bekommen. Und für nur 400 Mex. Pesos (ca. 24 EUR) pro Nase würden wir Guide, Schnorchelequipment und Schwimmweste für einen 45 Minuten-Trip erhalten ... nee, danke! Schnorchel und Brillen hatten wir eh schon unsere eigenen, gut Schwimmen konnten wir auch und alles in allem empfanden wir das Angebot als ziemlich überteuert. Also bedankten wir uns und gingen weiter zum Strand, um selbst mal die Lage zu checken. Und wiedermal lagen wir richtig. Wir sprangen ins kühle Nass und während ich noch tiefer reingehend dabei war meine Taucherbrille aufzusetzen, rief Tina schon, dass eine riesige Schildkröte direkt vor unseren Füßen graste. Hammer! Wirklich riesig! Wir haben an diesem Tag noch zahlreiche gesehen und dank der GoPro konnten wir auch ein paar coole Fotos schießen. Und es war auch aus tierschutztechnischen Gründen die richtige Entscheidung ohne Guide zu gehen, denn zu viele Leute sind extremer Stress für die Turtles und wir sahen andauernd irgendwelche Guides mit locker 20 Schwimmwestenträgern im Schlepptau. Wir hatten einen schönen, aufregenden Tag und haben umgerechnet nur knapp 8 EUR zusammen für das ganze Abenteuer aufgewendet. Genial! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0