Südsee, Baby! ;-)

Schon während wir in Rarotonga, der Hauptinsel der Cooks, auf dem Flughafengelände auf unseren Anschlussflug nach Aitutaki warteten, mussten wir herzhaft lachen, als sich plötzlich eine freilaufende Hühnerfamilie zu uns auf eine Wiese mit Dattelpalmen direkt neben der Rollbahn gesellte. Das wird hier eine ganz besondere Nummer, ging mir durch den Kopf. Und so war es dann auch. :-) 
Hoffentlich geht das gut ... :-x
Hoffentlich geht das gut ... :-x
Unser Weiterflug nach Aitutaki in einer kleinen Propellermaschine verlief besser als erwartet (hat sogar richtig Spaß gemacht ... 10 Passagiere, davon die Hälfte Einheimische mit Eierpaletten auf dem Schoß). Bei Landung wurden wir quasi bereits auf dem Rollfeld von unserer Herbergsmutti begrüßt und mit Blumenkränzen behangen. Beim Rausgehen aus dem "Flughafen"  fragte ich sie wo den das Kofferband wäre. Sie zeigte auf ein Tor aus Maschendraht, welches sich wenig später öffnete und wo ein Traktor mit Gepäckbeladenem Anhänger herausfuhr. Hatten wir auch noch nicht ... :-) 
An diesem Abend passierte nicht mehr viel. Wir bezogen unsere gemütliche Lodge im Inselinneren und hauten uns recht schnell aufs Ohr, nachdem wir diese "sicher" (vor Insekten ...) gemacht haben. 
Unser schnuckeliges Häuschen mit Gartenblick
Unser schnuckeliges Häuschen mit Gartenblick
Am nächsten Morgen hatten wir uns mit unserer Gastgeberin verabredet, die mit uns zum örtlichen Rollerverleiher fuhr, damit wir uns auf dem Eiland unabhängig bewegen konnten. Bei unseren vorherigen Recherchen hatte ich gelesen, dass man hier ausländische bzw. internationale Führerscheine nicht anerkennen würde, sondern nur die hiesigen, die jedoch von jedem mit passender Lizenz und einer Fahrprüfung bei der Polizei erworben werden könnte für sage und schreibe 1,75 EUR  (ein bisschen günstiger als Zuhause ...). So stand mir also - wie spannend - noch mal eine Führerscheinprüfung bevor. Beim Verleiher angekommen, erfuhr ich, dass die Polizei am Wochenende frei hätte und das die "Fahrprüfung" in etwa so aussieht: "Wenn ich es schaffe am Montag bei der Polizei aufzukreuzen ohne in einen Unfall involviert gewesen zu sein, dann hätte ich die Fahrprüfung bestanden." Na, wenn's weiter nichts ist. Fast überall auf der Insel ist eh nur 30 km/h erlaubt (die "Locals" fahren eher 20 km/h) und 50 km/h gilt schon als "Speedy". Ach ja und Helme gibt es übrigens gar nicht. ;-)
Kann man hier schon mal kriegen ... ;-)
Kann man hier schon mal kriegen ... ;-)
Wir nutzen unser knatterndes Zweirad um die Insel zu erkunden. Was sofort auffällt ist, man grüßt sich hier. Egal an wem wir vorbeikamen ... ein Wink, ein Lächeln, ein Nicken ... Standard. Toll, ich mag ja sowas! :-) Ein "Hallo" ist hier übrigens nicht einfach nur eine Floskel. Man begrüßt sich mit "Kia Orana", was soviel bedeutet wie "Ich wünsche Dir ein langes Leben!" und das meinen die auch so. Die Einwohner hier sind generell superfreundlich und ultralässig. Man könnte meinen die würden ja nur in ihren Hängematten rumhängen und den ganzen Tag nichts tun. Doch falsch gedacht. Die Insel ist sehr grün und alle Gärten sind akkurat gepflegt und auch die öffentlichen Plätze und Wegesränder vermitteln genau diesen Eindruck. Scheinen alle irgendwie Gärtner zu sein. Und wenn nicht das, dann sind es Fischer oder Betreiber eines Bootsausflugsunternehmens. 
"Das Leben ist eine Hängematte. Ein Anfang, ein Ende und dazwischen lauter Verbindungen, die einem Halt geben." (Antonios Mitsopoulos)
"Das Leben ist eine Hängematte. Ein Anfang, ein Ende und dazwischen lauter Verbindungen, die einem Halt geben." (Antonios Mitsopoulos)
Apropos ... natürlich haben wir auch eine dieser beliebten Schnorcheltrips mitgemacht und was soll ich sagen ... es war atemberaubend schön. Nein, ich geh noch einen Schritt weiter ... es war DAS Highlight unserer bisherigen Weltreise! Das war also das Paradies was alle, die vor uns hier waren, meinten. Die Insel Aitutaki hat tolle Menschen zu bieten und eine interessante Kultur, aber die Strände sind hier eher  "geht so". Die wahre Schönheit verbirgt sich in der "Aitutaki Lagune". Die bunte Fischwelt, die unterschiedlichen Blau- und Türkistöne des Meeres ... Fantastisch! Mehr Bilder gibt es in unserer Galerie. 
Ja! Das war geil!
Ja! Das war geil!
Was noch? Nun, Aitutaki hat ein paar weitere Eigenheiten, von denen ich hier gerne noch erzählen möchte. Interessant fand ich zum einen, dass die Insel mehr Hühner zu haben scheint, als Menschen. Die laufen übrigens alle frei herum und das überall (Zäune gibt es nur selten). Ansonsten trifft man hier auf Ziegen, Krebse (mit und ohne Gehäuse) und Schweine. Letztere freuen sich sehr, wenn man sie besucht und mit Kokosnüssen füttert, von denen es hier übrigens auch reichlich gibt. Wenigstens das. Was Früchte oder sonstige Lebensmittel nämlich anbelangt, so kann man sagen, dass hier mal gar nicht von Paradies die Rede sein kann. Fast alles muss bzw. müsste aus Neuseeland importiert werden. Vieles ist daher gar nicht erhältlich und wenn doch, dann unglaublich teuer und alles andere als frisch. Einzig fangfrischen Thunfisch konnte man verhältnismäßig günstig hier erwerben, den es dann auch häufiger mal gab mit Spiralnudeln und aus Neuseeland mitgebrachtes Olivenöl ... hmm ... Yummi! 
Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört.
Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört.
Zum Thema anders als Zuhause fällt mir noch ein, dass hier die Verstorbenen am Straßenrand begraben werden, manchmal sogar direkt neben der Einfahrt. Und überall auf der Insel sieht man verlassene Häuser. Statt sie abzureißen, werden sie quasi einfach der Natur wieder zurück gegeben, was ziemlich interessant aussieht und irgendwie auch was schönes hat. 

Wir sind froh hier gewesen zu sein. Es war eine ganz besondere Erfahrung, die wir wohl nicht gemacht hätten im Rahmen eines Urlaubs, da es einfach zu weit von Zuhause ist. Doch in Verbindung mit einem Neuseelandaufenthalt oder einer Pazifiküberquerung ist es allemal die Reise wert. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0