Von Dino-Eiern, Gelbäuglern und anderen steilen Sachen!!!

Vermutlich kennt fast jeder von Euch den Reiseführer "Lonely Planet" nehme ich mal an. In der Regel ein umfangreicher, gut gegliederter Begleiter mit hilfreichen Infos, Routenvorschlägen und Kartenmaterial. Eigentlich ein Muss ...
Das Problem mit LP ist jedoch, dass alle ihn haben. Daher ist man leider selten allein und der versprochene Charme von irgendwelchen Lokalitäten gehört aufgrund von Preissteigerungen/Qualitätseinbußen längst der Vergangenheit an. Tja, wenn die Nachfrage nicht nachlässt, kann man es sich ja leisten, oder?! 

Für Neuseeland gibt es erfreulicherweise einen alternativen englischen Reiseführer (Taschenbuch oder PDF-Format), der noch relativ unbekannt ist und sich auf Aktivitäten in der freien Natur konzentriert. Je nach Region, schreibt der Autor auf (teils sehr) witzige und übersichtliche Weise was man sich nicht entgehen lassen sollte und anhand eines "Obscur-O-Meters" zeigt er auch den Bekanntheitsgrad an. Genial! Wir waren sehr zufrieden, hatten viel Spaß und möchten ihn daher gerne weiterempfehlen, aber pssst ... nicht weiter sagen! ;-)

Hier geht's zu seiner Seite --> http://www.nzfrenzy.com (gibt es auch über amazon.de, aber so unterstützt man den Autor doch etwas mehr.)
Oh, da scheint ein Dinochen bereits geschlüpft zu sein ....
Oh, da scheint ein Dinochen bereits geschlüpft zu sein ....
So jetzt aber mal genug mit Werbung und zurück zu unserer Tour. Wir machten uns also auf den Weg von Akaroa runter an der Ost-Küste Richtung Dunedin. Die Strecke kann man an einem Tag schaffen, sollte man aber nicht! Es gibt nämlich ein paar lohnenswerte Ziele auf der Strecke. Zum einen wären da die berühmten "Moeraki Boulders". Große kugelrunde Felsen, die einfach so an einem 8km langen Strand sich lediglich auf 100m verteilen. Nett anzusehen, wundern wie die da hingekommen sind, Fotos machen, weiterfahren. 
Lauter Schnarchnasen hier ... tsetse :-)
Lauter Schnarchnasen hier ... tsetse :-)
Ein wahres Highlight unserer Reise erwartete uns ein Stückchen weiter, und zwar am "Katiki Point" beim Leuchtturm. Um da hinzugelangen muss erstmal leider über eine 5km lange "Waschbrett-Schotterpiste". Zwischenzeitlich dachten wir unser Wohnmobil fällt auseinander, so sehr war das ganze Mobil am schwingen und am rumpeln. Aber der Weg sollte sich trotzdem lohnen. Vom Carpark am Ende der Straße spaziert man dann weiter in einer idyllischen Umgebung mit Blick aufs Meer auf einer schmalen Halbinsel entlang. Überall liegen kleine und große Seelöwen herum und pennen oder - was spannender war - spielen im Wasser und zeigen ihre Schwimmkünste. 
Hey, hast Du Brot?!
Hey, hast Du Brot?!
Aber die wahren Stars dieser Unternehmung waren andere: YEPs! Yellow Eyed Pinguins (Gelbaugenpinguine). Sie gehören zu den seltensten Pinguinen der Welt und hier war eine ganze Kolonie, die man übrigens hautnah und kostenlos erleben darf. Zur Dämmerung kommen die Erwachsenen YEPs vom Fische fangen zurück und watscheln die Böschung hinauf zu ihrem jeweiligen Bau, wo schon ganz ungeduldig die Jungtiere lautquikend auf sie warten. Das tolle im Vergleich zu Pinguinen, die wir auf Philipp Island gesehen hatten, ist, dass diese hier größer sind, deswegen weniger Fressfeinde haben und eben früher aus dem Wasser kommen, also noch am Tage. Zum anderen sind die putzigen Tierchen hier sehr an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt, weshalb man sich einfach eine Decke, evtl. 2 Bierchen und was zu knabbern mitnehmen kann (aber natürlich nichts liegen lassen!) und sich einfach an den Pinguin-Trampel-Pfaden postieren kann, den Sonnenuntergang anschaut und dieses süße Naturschauspiel genießt, wenn die YEPs direkt an einem vorbei trippeln. Wirklich ganz große Sache! :-)
Wir kamen einen Tag später in Dunedin an und fuhren zunächst erstmal für einen obligatorischen Spaziergang zu der "Baldwin-Street", die mit einer Steigung von 35% (!), den Titel beansprucht, die steilste Straße der Welt zu sein. Haken dran. Wir erkundeten noch etwas die City und zum Abend hin schlenderten wir in einen Irisch Pub und gönnten uns ein frischgezapftes Bier und Pommes, ertränkt in einer Käse-Bratensauce. Yummi! An diesem Abend war zufälligerweise auch Stand-Up-Comedy angesagt. Leider mussten wir jedoch schon frühzeitig wieder gehen, um unseren Schlafplatz für die Nacht anzusteuern, sodass wir nur einen Künstler miterleben konnten, der aber wiederum auch nicht diiiiieeee Kanone war. :-)

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