Kurztrip nach Trang An

Weihnachten ist vorbei, das Wetter klart wieder auf und wir haben nach den "besinnlichen Tagen" wieder vollen "E-Lan"! Beste Bedingungen für einen kleinen Ausflug ...
"Easyriders"
"Easyriders"
Wir mieteten uns einen Roller von unserem Hotel und gaben unser Ziel in die IPhone-App von Google Maps ein. "Route berechnen" ... 94 km über den Highway, 1 Std. 45 Minuten. Aha, mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 50 km/h sollten wir also Trang An nach  gemütlichen 2 Stunden erreichen. So dachten wir ... :-) 

Leider sind alle Arten von Zweirädern auf vietnamesischen Autobahnen nicht gestattet, wie uns ein übergroßes Schild an dem wir vorbeifuhren erklären wollte. Die Dame von der "Mautstelle" ließ dann aber doch keinen Zweifel offen und zeigte uns unmissverständlich (wild mit den Armen gestikulierend) dass wir die Schranke nicht passieren dürften. Hmm ... und jetzt? Wir waren schließlich schon mitten auf der Autobahn und überall waren Leitplanken (wie das ja normal ist auf richtigen Autobahnen). Plötzlich tauchte ein junger Mann aus dem nichts auf, der uns winkend zu verstehen gab, ihm zu folgen. Nach kurzer Überlegung (uns blieb ja nichts anderes übrig) fuhren wir ihm nach ... 

In Deutschland wäre vermutlich auf allen Kanälen die Meldung gekommen: "Achtung Falschfahrer! Verrücktes Rollerpärchen demonstriert gegen die Verbannung von Zweirädern auf den Autobahnen indem sie gegen jede Regel und Vernunft Slalom um den entgegenkommenden Verkehr fährt." 

In Vietnam passierte: Nix ... Kein Hupen, keine argwöhnischen Blicke, keine Polizei und vor allem und Gott sei Dank kein Crash! Unser freundlicher Problemlöser erhielt dankend von uns ein kleines Trinkgeld (15.000 Dong = ca. 60 Cent), verabschiedete sich freundlich und verschwand wieder so schnell wie er auftauchte zurück zu seinem Posten. Witzig ... der macht das hauptberuflich. Was es nicht alles für Jobs gibt?! 
Lady Christina genießt die Bootstour
Lady Christina genießt die Bootstour
Unser Ziel hätten wir beinahe verpasst, da wir auf dem Parkplatz einen Massenandrang von Touristen erwartet hatten, wie auf Tripadvisor teilweise beschrieben. Offenbar hatten wir Glück und die Massen waren bereits zur nächsten Attraktion weiter gezogen. Auf dem Parkplatz wurden wir gleich freundlich von einem jungen Vietnamesen im Managerlook empfangen, der uns erstmal 10.000 Dong (40 Cent) fürs Parken abluxte und uns dann rumführte. Es gab zunächst kostenfrei eine kleine Pagoda zu besichtigen, die in einem Karstfelsen eingearbeitet war (leider weniger spektakulär als es sich anhört) und dann ging's zu den Booten. Unsere Befürchtung erst noch auf weitere Touristen warten zu müssen, damit das Boot voll wird bevor es ablegt, waren erfreulicherweise (das Boot hätte locker 10 Mann aufnehmen können und weit und breit waren wir die einzigen zahlenden Gäste) unbegründet. Wir stachen sofort in See. Die Fahrt war wirklich sehr idyllisch. Ringsherum ragten teils kahle, teils grünbewachsene Karstfelsen in den Himmel. Das Gewässer war spiegelglatt und auch sonst war es schön ruhig. An den Ufern waren ein paar Häuser, die nur per Boot zu erreichen waren. Ein paar Einwohner gingen ihren Arbeiten nach. Hier und da tauchten zwischen den blühenden Seerosen ein paar weiße "Pekingenten" (die heißen wirklich so!) auf.
Vietnamesische Touristen ... supernett!
Vietnamesische Touristen ... supernett!
Irgendwann zwischendurch kamen uns dann doch noch ein paar mit vietnamesischen Touristen vollbesetzte Boote entgegen. Diese hatten jeweils einen Guide mit an Bord, der, damit auch jeder im Umkreis von 2 km seinen Ausführungen folgen konnte, ein tragbares Mikrofon-Lautsprecher-Set um den Hals trug, und nicht müde wurde seine Leute zu entertainen. Natürlich wurden wir auch zu einer Art "Attraktion", sodass wir von sämtlichen Bootsinsassen lautstark und herzlich begrüßt wurden. Nach dem die Boote an uns vorbeigefahren waren, fing der eine Guide sogar noch an seinen Gästen was vorzuträllern, was auch irgendwie sehr witzig war. Nette Begegnung, aber dennoch schön wieder die Ruhe genießen zu können. 

Nach unserer fast 2-stündigen Bootsfahrt, die uns samt Trinkgeld gerade mal 110.000 Dong (ca. 4 EUR) gekostet hatte, war der Nachmittag schon angebrochen und wir traten die Heimfahrt an. Unterwegs sahen wir dann noch, dass längst Überfällige (aber wie ich finde auch Überflüssige): Am Straßenrand in einem Dorf gab's offenbar (und unverkennbar) "Span-Hund". Obwohl wir keinen Hund haben, hat uns das doch irgendwie innerlich erschüttert. Nicht schön. Wir nahmen übrigens einen anderen Rückweg, den wir in besserer Verfassung erwarteten, als die brüchige Deichstrasse auf dem Hinweg. Die Strassenkonditionen waren sogar wirklich besser, wir brauchten aber dennoch knapp 4 Stunden zurück und kamen dadurch erst im Dunkeln in der "Rollerwelthauptstadt" an, durch die wie uns noch mit mehr Glück als Verstand durchwuseln mussten, um unser Hotel zu erreichen. Dafür das wir den Trip unbeschadet überstanden hatten, gab es auch erstmal ein "High-Five" und ein kühles Bier. Das hatten wir uns echt verdient! 
Nachträglich gefunden:

Auszug aus der "Vietnam: Reise- und Sicherheitshinweise" - Seite des Auswärtigen Amtes:

".... Des Weiteren ist zu beachten, dass ausländische bzw. internationale Führerscheine in Vietnam nicht anerkannt werden. Das Fahren ohne gültigen Führerschein kann mit einem Bußgeld oder - im Fall eines schweren Unfalls - mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden."

Ups, hehehe ... :-)

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