"Jetzt bloß nicht den Sand in den Kopf stecken!"

Die Wetterprognosen für unser nächster Ziel waren nicht gut. Regen und Sturm waren angesagt. Ausläufer des Taifuns Hagupit? Keine Ahnung, könnte sein, jedenfalls keine guten Aussichten, wenn man auf dem Weg nach Mui Ne ist, einer der bekanntesten Badeorte Vietnams. Was soll's sagten wir uns und stiegen in den Sleeper-Bus, der uns die holprigen 230 km hoffentlich heil zum Ziel befördern sollte.
Ist doch (fast) bequem hier! ... Autschie ... :-)
Ist doch (fast) bequem hier! ... Autschie ... :-)
Die Fahrt dauerte insgesamt 6 Stunden und war eigentlich gar nicht mal so schlimm wie vermutet. Im ganzen Bus gab es nur Liegesitze, die zwar definitiv nicht für verhältnismäßig große Europäer ausgelegt waren, aber dennoch eine gewisse Gemütlichkeit ermöglichten. Es gab sogar WLAN an Bord und keineswegs das Schlechteste. Die Zeit verflog im Nu.
Als wir mittags im Hotel ankamen, liehen wir uns als erstes einen Roller (hat sich mittlerweile zu unserer liebsten "imUrlaubFortbewegungsart" entwickelt). Mui Ne selbst ist nicht wirklich groß und es gibt auch kein richtiges Zentrum. Es handelt sich eigentlich nur um eine langgezogene Küstenstraße, wo sich links und rechts der Straße diverse Resorts und Guesthouses, sowie an die 100 Fisch-Restaurants angesiedelt haben. Leider ist einem dadurch komplett die Sicht aufs Meer genommen, obwohl man keine 50 m parallel zur Küste fährt. Hin und wieder tun sich dann doch mal Lücken auf, die einen Blick auf mutige Kite- und klassische Surfer/innen offenbaren. Das Wetter ist erfreulicherweise besser als angekündigt, lädt aber dennoch nicht zum Schwimmen ein. Macht nichts. Wir haben ja noch ein paar Badeorte vor uns. :-)
Achja ... romantisch, nech? ;-)
Achja ... romantisch, nech? ;-)
Am westlichen Ende der Küstenstraße, liegt eine Kleinstadt "Phan Thiet" die zwar für Touristen eher uninteressant ist, uns aber günstige Möglichkeiten bietet die leckere Vietnamesische Küche auszuprobieren. Es kann zwar keiner Englisch, aber das macht überhaupt nichts. Man versteht sich blind. Wir bekamen super leckeres Essen (Krosse Hähnchenschenkel mit Bratreis) vor die Nase gestellt ohne auch nur ein Wort oder Blick mit dem Kellner oder Koch gewechselt zu haben. :-) Dazu gab es noch einen oberraffinierten Dip-Tipp: Der Kellner stellte uns ein Schälchen hin, schüttete Hot-Chili-Sauce rein und kippte darauf dann nochmal üppig Soja-Sauce, verrührte dies kurzerhand mit meinem Löffel und deutete dann noch an, wie wir seinen selbst gemachten Dip nun mit dem Essen mixen sollten. So banal das klingt, es schmeckte genial!  Müsst Ihr unbedingt mal zuhause ausprobieren. Yummy! 

Whooooohuuuuuuu !!!!!!!
Whooooohuuuuuuu !!!!!!!
Am östliche Ende von Mui Ne ragt eine Halbinsel ins Meer, die überzogen ist mit Sanddünnen und deswegen wohl von einer Ansiedlung verschont blieb. Zu unserem Glück! Eine fantastische Naturkulisse bot sich uns. Nachdem wir die gelbweissen Sanddünen überwunden haben, breitete sich vor uns das tosende, südchinesische Meer aus. Riesige Wellen glitten raupenartig vor sich hin, um dann mit voller Wucht an der felsigen Küste zu zerschellen. Was für ein Spektakel! Und das schönste war ... weit und breit keine Seele außer uns.
Yiiiippppiiiieeeee!!!!
Yiiiippppiiiieeeee!!!!
Zu unserem letzten Sonnenuntergang in Mui Ne wollten wir uns das ausgewiesene Highlight überhaupt hier anschauen: Die Roten Sanddünen. Hier war natürlich allerhand los. Viele Touristen die hier herkommen, werden gleich am Anfang der Dünen heran gewunken und gegen Entgelt mit Quad oder mit einem leeren Reissack ausgestattet, mit dem sie dann die Dünen herunterrutschen können. Letzteres Vergnügungsmittel wird von Kindern vermietet, was wir nicht unterstützen wollten. Man muss seiner Linie treu bleiben. Also fuhren wir am Getümmel vorbei und ignorierten die winkenden Herrschaften und parkten am hinteren Ende der Zugangsstrasse, was den zur Kinderarbeit verdonnerten Kindern und den restlichen Touris wohl eindeutig zu weit weg war. Vor uns tat sich eine rote Wüste auf. Unglaublich. Man hätte wirklich glauben können, man wäre in Arabien oder Nordafrika. Eigentlich wunderschön. Schade nur, dass wir Menschen dazu neigen überall unseren Müll zu hinterlassen ... 

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