Kirschen in Saigon

Wir sind in Vietnam und was sollen wir sagen, bisher finden wir es toll!! Ein wenig überrascht darüber sind wir schon, da wir von mehreren Leuten zuvor gehört und gelesen hatten, dass es hier eben nicht so toll sein soll, was sich größtenteils auf die Gastfreundlichkeit der Einheimischen bezog. Aber vielleicht ist es wieder mal genau das: Erwartet man was ganz tolles, wird man häufig enttäuscht und wenn man vorher fürchtet, es wird alles doof, dann kann man sein Glück manchmal kaum fassen. Mein Vater sagte mal zu mir ...
"Sohn, wenn Du in den Wald gehst um Kirschen zu pflücken, dann nimm einen nicht so großen Korb mit." 

Recht hattest Du, Papa! :-) 
Hauptpostamt - Wie man sieht ist der Namenspatron allgegenwärtig
Hauptpostamt - Wie man sieht ist der Namenspatron allgegenwärtig
Von Phuket aus ging es mit AirAsia über Bangkok weiter nach Ho-Chin-Minh Stadt oder auch - wie die Einheimischen die größte Metropole Süd-Vietnams weiterhin nennen - Saigon. Hier hatten wir uns zuvor für drei Tage im District 1 eine günstige Unterkunft (wiedermal) über booking.com klar gemacht, die quasi mitten im Geschehen (manche sagen auch Backpackerviertel) lag. Das erste was uns bei unserem abendlichen Spaziergang auffiel, war das Vietnam keinesfalls so prüde war wie erwartet. Okay die Massage-Tanten wollen hier anders als (die meisten) in Thailand wirklich nur massieren und nichts weiter, aber dennoch gibt es auch hier einschlägige Bars, wo manch älterer Herr von einer Horde "überfreundlicher Mädels" umringt wird. Ich hatte - warum auch immer - angenommen da so was im kommunistischen Vietnam eher nicht so gern gesehen wird. Nun denn. 
Was ebenfalls unsere Aufmerksamkeit auf sich zog, waren die Bierpreise. Ein lokales Saigon-Bier kostet gerade mal 0,40 EUR und ganz ehrlich ... es schmeckt gut! Den Rest des Abends ließen wir mit einer herzhaften Pho Bo Ga (Nudelsuppe mit Hühnchen) und vietnamesische Frühlingsrollen ausklingen. Lecker!
Sunset in Saigon
Sunset in Saigon
Am nächsten Tag haben wir uns die Stadt mal näher angesehen. Wir schlenderten von unserem Hotel aus durch eine, auf dem Weg liegende große Markthalle hin zur Dong Khoi Street, wo neben einigen Shoppingmalls auch eine schöne Kirche und das urige Hauptpostamt auf uns warteten. Zum Nachmittag hin erklommen wir den Bitexco Financial Tower, der sich mit 265,5 m als das zweithöchste Gebäude Vietnams betiteln darf. Das war wirklich toll, denn es gab im Vergleich zu berühmteren Wolkenkratzern wie der Burj Khalifa in Dubai oder dem Empire State Building in NYC kein Anstehen, kein Gedränge und keinen zeitlich beschränkten Aufenthalt. Klar, die Höhe war nicht "berauschend", da es jedoch weit und breit keine annähernd hohen Gebäude gab, war das 360 Grad Panorama unversperrt und die Aussicht richtig schön, besonders zum Sonnenuntergang. Und das für schlappe 7,50 EUR pro Nase ... super! :-)

Im Land der Roller - nirgends gibt es mehr!
Im Land der Roller - nirgends gibt es mehr!
Den darauffolgenden Tag wollten wir eigentlich das Kriegsmuseum und die Cu Chi Tunnel besichtigen. Ein von den Vietnamesischen Partisanen angelegtes Tunnelsystem, welches sich über 200 km Länge und drei Ebenen erstreckte und stark zusammengefasst dazu diente Menschen, Vorräte und Waffen zu schützen. Wir ließen es dann aber doch bleiben, da wir uns nicht runterziehen lassen wollten von den schwer bedrückenden Bildern und der authentischen Geräuschkulisse, die uns da geboten worden wäre. Auf dem Gelände gibt es nämlich auch eine Schiessanlage, wo man für kleines Geld mit AK47 und anderen militärischen Waffen mit echter Munition auf Zielscheiben ballern darf. Sehr sehr unpassend, wie wir finden ...

Also nutzen wir denn Tag und machten es uns gemütlich bei Starbucks, schlürften guten Kaffee, lauschten einem Weihnachtsklassiker nach dem nächsten und planten unsere Weiterfahrt. Ach ... wie schön! :-D

Kommentar schreiben

Kommentare: 0