"Rice!" - Mein Sri Lanka-Resumee

Die Idee war es zu viert eine Rundreise in Sri Lanka in einem Van mit gebuchtem Fahrer zu machen und entsprechend die Highlights des Landes anzusteuern. Insgesamt standen uns dafür 2 Wochen zur Verfügung, wobei wir die letzten Tage in einem der Strandorte im Südwesten der Insel in einer schönen Anlage mit Pool verbringen wollten. 
Endlich am Meer - Am Rande des Yala-Nationalparks
Endlich am Meer - Am Rande des Yala-Nationalparks
Im Großen und Ganzen hat das auch alles so geklappt. Wir hatten im Vorwege bereits einen sympathisch wirkenden Fahrer mit guten Englischkenntnissen ausgewählt, der uns das vermeintlich beste Angebot unterbreitete. Bedauerlicherweise entwickelten sich die Dinge aber doch so, dass wir uns mehr oder weniger ständig in den Haaren hatten mit dem Fahrer bzw. dem Chef (da dieser kurze Zeit zuvor Vater geworden war, fuhr er nur 2 Tage mit uns und ließ einen Angestellten einspringen, der leider nicht wirklich Englisch sprach ...). 

Natürlich freuten wir uns für den frischgebackenen Papa und hatten Verständnis. Und auch der neue Fahrer war im Grunde okay. Also was war schief gelaufen? Vielleicht waren die kulturellen Unterschiede einfach zu groß. Vielleicht haben wir einfach falsche Maßstäbe angesetzt (Alle vier sind wir ja schon recht viel rumgekommen). Vielleicht haben wir uns zu wenig auf das Land vorbereitet. Vielleicht aber auch alles davon. Unsere Erwartungen wurden zum größten Teil jedenfalls verfehlt: 

Wandern in den Horten Plains
Wandern in den Horten Plains
Bei fast jedem angesteuerten Hotel (in der Regel ein Gruselkabinett) musste man erstmal die Hotelpreise (nur auf Zuruf) um mehr als die Hälfte kürzen, damit man auf Europäische Verhältnisse(!) kam. Weiter ging es nicht, durchschnittlich zahlten wir 30 EUR pro DZ und mussten uns mit Schimmel, Kakerlaken und unbeholfenem Hotelpersonal herumschlagen. Nur zum Vergleich: In Nepal, aber auch in Thailand hätten wir uns für die Kohle in moderne, gutausgestattete 3-4 Sternehotels einquartieren lassen können. 

Die Sehenswürdigkeiten waren ebenfalls allesamt unverschämt teuer für ausländische Touristen. Das man als Ausländer andere Preise zu zahlen hat als Einheimische kennt man ja, wenn man ein bisschen rumgekommen ist (ich glaube nur in Deutschland gibt es das nicht ...) und ich kann damit auch leben. Aber auch hier mal zum Vergleich: Der Löwenfelsen in Sigiriya (Fels mit Wandmalereien und on the Top ist eine Ruine) kostete umgerechnet ca. 24 EUR p.Person. Der Eiffelturm in Paris kostet 15 EUR, die Akropolis in Athen 12 EUR, Kolosseum in Rom 12 EUR, Empire State Building in NYC 16 EUR bzw. 28 EUR wenn man nach ganz oben will, aber hey ... das ist New York! Und der Sigiriya-Felsen war nur eine von vielen im wahrsten Sinne überbewerteten Highlights, die wir besucht hatten. 

Immer schön die Zügel in der Hand behalten ... :-)
Immer schön die Zügel in der Hand behalten ... :-)
Natürlich war nicht alles schlecht. Wir hatten es hin und wieder hinbekommen in "Local-Restaurants" zu speisen und das waren dann immer echte Highlights, insbesondere die Gastfreundlichkeit der Leute. Und wir haben auch ein paar Wanderungen (Horton Plains, aber auch zum Ella's Rock) unternommen, die wirklich sehr idyllisch waren und teilweise auch ein bisschen an Neuseeland erinnerten. Auch die Strände (bei Unawatuna) waren zwar nicht wie in Thailand, aber dennoch okay. Sauber und kostenlose Liegen und Schirme machten sie wirklich sympathisch. 

Das Allerbeste von allem war aber natürlich die Zeit mit Kersten und Kathrin. Wir hatten viel Spaß, hatten uns gut verstanden und gefühlt 100.000 Runden "UNO" gespielt. Übrigens könnten wir schon wieder ... :-) 

Nun, die oben genannten Eindrücke sind natürlich alles nur meine persönlichen Eindrücke. Jeder hat da natürlich eine andere Brille auf und würde vermutlich manche Dinge völlig anders bewerten. Ich hatte mir im Vorwege viele Gedanken darum gemacht, wie ich die gesammelten Eindrücke am besten verpacke und da kam ich zu dem Entschluss, dass ich nichts schön reden muss, was meiner Meinung nach auch nicht schön wahr. Dies ist ja schließlich weder ein Reiseführer noch ein Bewertungsportal. Es ist unser Reise-Blog. Und wenn ich hier reinschreibe, dass ich auf Anhieb 5 bessere Alternativen zu Sri Lanka nennen kann (und das meine ich auch so), dann steht es jedem frei diese subjektive Wertung bei seinen Reiseplänen mit zu berücksichtigen oder eben nicht. 

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