Kathmandu

Die Einreise nach Nepal klappte problemloser als gedacht. Die Passbilder, die wir zuvor in Griechenland hatten machen lassen, hätten wir uns sparen können. Alle visumpflichtigen Ausländer sind dazu angehalten sich selbst an einem Automaten im Flughafen zu registrieren und mithilfe einer installierten Webcam ein digitales Foto zu knipsen. Am Ende kam eine Quittung raus mit der man dann zum VISA-Schalter geht und je nach Aufenthaltsdauer (bis 15, 30 oder 90 Tage, darüber hinaus geht auch, man muss dann allerdings nochmal zum Immigration Department) die Gebühren zu zahlen.
Wir waren recht froh, dass das so easy und relativ schnell mit den Formalitäten klappte, da wir ziemlich im Ar... vom Nachtflug waren. Wir verließen also recht flott das Flughafengebäude und wurden draußen auch gleich von super Wetter begrüßt (im Vergleich zu Dubai ist es hier wirklich gut aushaltbar) und freundlichen Menschen, die natürlich nur "unser Bestes" wollten ...

5 Minuten später saßen wir in einem überteuerten Taxi und wurden von einem Fahrer (der aussah und fuhr, als würde er für eine Rolle in Fast&Furios7 üben) und "unserem neuen besten Freund" (ein redegewandter Touristenfänger) zu seiner Agency ins Citycenter gekarrt, von wo es aus angeblich einfacher wäre, ein Local-taxi zu finden, welches sich in der Gegend unseres abgelegen Hotels auskannte. Natürlich wurden wir jedoch zuvor von einem äußerst charismatischen Nepali begrüßt, auf eine Cola eingeladen und über alle Freizeit-Möglichkeiten in Nepal aufgeklärt. Wir waren hundemüde, ließen es aber über uns ergehen, weil der irgendwie echt gut war (hätte in unserer Welt einen genialen Bankberater abgeben). Nach einer Stunde bestanden wir dann aber dennoch höflich darauf nun "entlassen" zu werden und baten ihn uns ein Taxi klarzumachen. Ohne was zu kaufen zogen wir dann 20 Minuten später via Taxi (wieder überteuert) von dannen und erreichten endlich unser "Homestay". Naja, nicht ganz. Wir landeten nämlich beim Falschen. Irritiert dämmerte uns dann allmählich, das "Kathmandu Homestay" nicht ein Hotel ist, sondern eine Bezeichnung fürs Wohnen bei Einheimischen. Nachträglich würde ich es aber dennoch als eine Art B&B bezeichnen. Jedenfalls gab's von diesen homestay etliche und so war es auch in den folgenden Tagen - wie wir erfahren durften - immer erstmal ein größerer Aufwand einem Taxifahrer den Weg zu erklären. Zum Glück lag das "falsche" Homestay nur 200 Meter vom richtigen entfernt, so dass wir wenige Minuten später von unserer Herbergsmutti "Roxane", die von unserem Taxifahrer angerufen wurde, mit ihren zwei niedlichen Kindern, "Pranzu und Rassu", abgeholt wurden. 

Ein Nepal-Taxi bahnt sich den Weg ...
Ein Nepal-Taxi bahnt sich den Weg ...
Die folgenden 5 Tage blieben wir in Kathmandu und nutzten die Zeit uns in Ruhe zu überlegen, was wir in Nepal eigentlich wollten. Während dessen hatten wir reichlich Gelegenheit uns ein Bild über die Hauptstadt des Landes und seine Bewohner zu machen. Frei heraus: Wir fanden es furchtbar. Es zwar so staubig und so dreckig in dieser Stadt wie wir es noch nie zuvor anderswo erlebt hatten. Auf den Straßen herrschte ein einziges Chaos. Es kommt einem so vor, als würde hier die einzig gültige Verkehrsregel lauten, dass es keine Regeln gibt. Wozu auch Regeln, wenn es noch nicht mal richtige Straßen (!) gibt. Fußgängerwege, insbesondere im touristischen Zentrum "Thamel", existieren nicht. Man muss höllisch aufpassen nicht überfahren zu werden. Die Taxifahrer rasen durch die engen Gassen voller Menschen und Ständen mit ihren kleinen verschrammten Suzuki- Seifenkisten (dagegen kommt ein Trabi einem wie eine gepanzerte Limousine vor ...) in einem Affentempo und man wundert sich wie sie es schaffen niemanden umzunieten. Im Ernst, wenn ich mit einem Spaceshuttle durch Universum flitzen und in einen Meteoritenschauer geraten würde, ich würde mir einen dieser als Taxifahrer als Piloten wünschen.
Gefüllte Paprika, dazu Rote Beete-Saft ... lecker! :-)
Gefüllte Paprika, dazu Rote Beete-Saft ... lecker! :-)
Da es hierzulande auch nicht gerade unserem bevorzugten Hygienestandard entspricht, entschließen wir uns kurzerhand Teilzeit-Vegetarier zu werden. Fleisch (Huhn, Büffel und Ziege) wird hier ungekühlt und unabgedeckt direkt an den staubigen Straßen dargeboten. Zum Glück haben wir ein tolles Restaurant ("Places"), welches in Dänisch-Nepalesischer Hand ist, entdeckt, was zauberhafte kreative vegetarische Gerichte zubereitet. Unsere Oase ...
"Die große Weiße" Stupa in Boudhanath
"Die große Weiße" Stupa in Boudhanath
Nach ein paar Tagen hatten wir uns an Kathmandu "gewöhnt" und auch eine ungefähre Vorstellung von unseren weiteren Zielen. Doch bevor es weiterging, mussten wir noch unser Visum verlängern (was ebenfalls ziemlich easy war) und wir entschlossen  uns den (vorerst) letzten Tag hier zu nutzen um uns ein, zwei besondere Sehenswürdigkeiten anzusehen. Die Wahl fiel auf die "größte Stupa (eine Art Tempel) der Welt" in Boudhanath und die Swayambhu-Stupa, die von Touris aufgrund der zahllosen dort lebenden Affen als "Monkeys Temple" bezeichnet wird. Wir waren von beiden Plätzen beeindruckt. Beide waren für nepalesische Verhältnisse richtig sauber und es war sehr friedlich dort. Selbst die überall anzufindenen Souvenirs- und/oder Trekkingausrüstungsverkäufer waren dort überraschend zurückhaltend. Danke. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0