Dub(ai)step

Ich kann nicht leugnen, dass mich angesichts der aktuellen, aber auch historischen Krisensituationen ein mulmiges Gefühl beschlich, als wir nachts an der syrisch-türkischen Grenze entlang und anschließend über dem Irak hinweg flogen. Erleichtert atmete ich auf, als unser Flieger den persischen Golf erreichte. Ab da an wurde es dann sogar richtig schön: Der Flieger gleitete genau mittig zwischen den beiden Ufern hinweg bis zum Ziel, so dass man in dieser kristallklaren Nacht die Lichter der Städte sowohl auf iranischer als auch auf arabischer Seite sehr gut leuchten sehen konnte. Ein schönes Warm-Up für Dubai, empfand ich.
"Warm", um das Thema noch mal aufzugreifen, ist lächerlich untertrieben. Es war heiß. Und zwar brüllend. Von dem Moment an, wo wir das Flughafengebäude verließen (5 Uhr morgens), hatte man eine Fönattacke auf uns gestartet. Wahnsinn. Wir mussten lachen.
Das nächste Gefühl war "Huch ... was ist hier denn los?" Gemeint war damit das Prozedere, wenn man ein Taxi haben wollte: Vier unterschiedliche Schlangen von jeweils gleichen Taxitypen boten sich einem an. Man konnte wählen zwischen Familientaxi, Normalem Taxi, schwarzen Limousinen und Frauentaxis, wobei sich bei letzterem die Einschränkung auf den Fahrer bezog und nicht auf die Fahrgäste. Unterstützenswert, urteilten wir und hopsen in das vorderste Taxi mit dem Rosa Dach. :-)

2 Stunden später klingelte unser Wecker. "Hä?! Momentmal, das ist ja gar nicht unser Wecker!? Aber hier dudelt das doch irgendwo, was ist das, verdammt???" Ich sprang auf und ging zur Tür, öffnete sie und streckte den Kopf mit geschwollenen Augen durch den Türspalt. "Flurmusik, na fein. Soll wohl zum frühstücken animieren". "Grmpf". Naja, wollten ja eh früh hoch ... 

Burj Khalifa
Burj Khalifa
Genau genommen wollen wir heute sogar Hoch hinaus. Nach einem ordentlichen Frühstück und einer kalten Dusche verließen wir mit unserer Kamera und den beiden zuvor onlinegekauften "At the top-Tickets" für das Höchste Gebäude der Welt (830m!!!) das Hotel Richtung "Dubaimall". Dort angekommen, hatten wir ein bisschen Gelegenheit zum shoppen (Tina brauchte ein ordentliches Trekking - Schuhwerk für Nepal) bis wir dann zum Eingang dieses "einemdiespuckeweckbleibendemoment"-Gebäude erreichten. Der Fahrstuhl - rasend schnell - katapultiere uns vertikal in den 124. Stock. Die Tür ging wieder auf, die Ohren blubberten noch etwas von dem Druck, und zack stand man da: Auf der höchsten kommerziell zugänglichen Aussichtsplattform der Welt, immerhin 450m. Klingt gar nicht so viel, wenn man weiß das das Gebäude fast doppelt so hoch ist. Aber trotzdem, es war unglaublich. Die Sicht war gut. Einigen Rezensionen zu dieser Sehenswürdigkeit konnten wir entnehmen, dass man auch  oben stehen kann und aufgrund von Sandstürmen mal gar nichts sieht. Wir hatten Glück.
Sunset - Feeling in der Wüste
Sunset - Feeling in der Wüste
Für den folgenden und letzten Tag in Dubai hatten wir eine Wüstensafari gebucht. Das Programm beinhaltete: 

- Dunebashing = mit dem SUV die Dünen rauf und runter heizen, bis sich Wagen oder Magen umdrehen.
- Bauchtanzlady und so'n Typ, der sich die ganze Zeit im Kreis dreht ...
- Kamelreiten
- Orientalisches BBQ-Dinner 
- Sandboarding
- Quadfahren
- Hennamalerei

Gruppenfooodddooo
Gruppenfooodddooo
Nachmittags wurden wir von unserem Hotel von einem weißem Geländewagen (Toyota Landcruiser = Nice) mit zwei weiteren Pärchen abgeholt. Schnell gab sich eins der beiden zu erkennen als Rami aus Stuttgart und Zeynep aus Hamburg, ein super sympathisches Pärchen, was sich in Frankfurt niedergelassen hatte und sich nun auf "so etwas ähnliches wie Flitterwochen" befanden. Soviel schon mal vorweg genommen, die beiden waren für uns das Highlight des Tages. Ansonsten zur Tour: Das Dunebashing war natürlich ziemlich cool. Essen war auch okay. Hennatattoo schien den Mädelz auch gefallen zu haben. Die Bauchtanzeinlage ging so und der sich drehende Typ war mir irgendwie suspekt (sorry bin wohl doch ein Kulturbanause). Kamelreiten haben wir leider verpasst. Sandboarding gab's gar nicht (war wohl 'ne andere Company ... schade). Und Quad kostete extra und zwar nicht wenig. Ging so, also im Großen und Ganzen. Naja, wir waren jeweils sehr froh über die nette Bekanntschaft mit Rami und Zeynep und mit beiden verging dann doch die Zeit schneller als erhofft. Liebe Grüße Ihr Zwei!
Als wir abends zurück zum Hotel gebracht wurden, war leider keine Zeit zum Auszuruhen. Nur kurz Sachen packen, Wüstensand abspülen und dann ab ins Taxi zum Flughafen in Schardja, wo um vier Uhr nachts unser Flieger nach Kathmandu ging.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0