Von Piemont nach Ligurien

Es war schon ein bisschen  "scary" in unserem "Cottage on the hills" in Benevello. Die Kulisse wäre perfekt für eine neue Vampirsaga.
Hat nichts mit Wind of Change zu tun ...
Hat nichts mit Wind of Change zu tun ...
Und die gastgebene Familie war zugegeben auch ein bisschen verdächtig bleich im Gesicht und zumindest in meiner Fantasie gehörte denen auch auch seit Jahrhunderten der ganze Ort. Als es am ersten Morgen nach Ankunft dann auch noch BLUT-Orangensaft zum Frühstück gab, war für mich alles klar. 
Naja, falls es Blutsauger waren, dann waren es auf jeden Fall welche von den Guten, die nur nachts in Wald laufen und Rehblut saufen. Sie waren nämlich sehr nett und hilfsbereit. 
Am Ende waren das einzige Angsteinflössende auf dem Hof die überdimensionalen Wespen (3-4 cm lang und 1 cm Durchmesser ; vielleicht waren es auch Hornissen, aber die hatte ich schmaler in Erinnerung) und der kleine, schwarze Skorpion vor unserem Schlafzimmer (da wo wir andauernd barfuß rumliefen). Aber auch das haben wir überlebt und der Skorpion übrigens auch. Ich hab ihn rauskatapul... äh hust ... gebracht ... :) 

Genua sollte eigentlich unser nächster Stop sein. War er auch, allerdings nicht über mehrere Nächte, wie ursprünglich geplant. Irgendwie haben wir im Moment nicht sooo große Lust in Städten zu verweilen. Also hatten wir in Genua nur kurz angehalten, um eine kleine Mittagspause in einer aus dem "Marco Polo" - Reiseführer empfohlenen, supergünstigen Trattoria einzulegen, die jedoch - wie schon vermutet - Sommerpause hatte. Passiert uns irgendwie ständig mit den Tipps aus den Reiseführern. Entweder Ferien oder geschlossen. Wo bei ich bei letzteres zwei Dinge annehme: Aufgrund der Empfehlung eines Reiseführers ist entweder (A) der Inhaber zu so viel Geld gekommen, dass er ausgesorgt hat oder (B) das Finanzamt ist aufmerksam geworden und hat mal etwas gründlicher die Bücher kontrolliert. 

Idyllisch nicht wahr ...
Idyllisch nicht wahr ...
Wir hatten uns jedenfalls ein Ziel etwas südlicher von Genua ausgesucht und zwar einen "Biodynamischen Bauernhof" (für alle die wissen, dass wir mit der Rudolf Steiner'schen Bewegung sympathisieren: Es war Zufall! :-) in Pavareto. Ein Bergdörfchen, etwa 45 Autominuten von den "Cinque Terre" entfernt. Als wir ankamen, saß da Huckleberry Finn und schälte drei Körbe von selbstgepflückten Äpfeln für die Frühstücksmarmelade. :-D   Hier war alles selbstgemacht und liebevoll gestaltet. Das ganze Haus war aufwendig vor 2 Jahren restauriert worden. Die Wände waren aus Lehm und Kalk und waren gedämmt mit Heu. Die Böden und Decken waren mit Holzdielen versehen. Möbel, Dekoration, einfach alles war nach unserem Geschmack. Es gab große Terrassen, von denen aus man nur Berge, Wälder und Himmel sehen konnte. Einfach herrlich. 
Die Herbergsmutti, Francesca, gab uns zu verstehen, das wir die erste (von drei) Nächten in einem kl. 1-Zimmer-Apartment  mit Schlafcouch (grummel...) unterhalb des Restaurants (das Haus war am Hang gelegen) verbringen würden, da sie sich leider etwas verzettelt hatte. Für uns war das okay, da wir so die Gelegenheit hatten, unsere restlichen Lebensmittel aufzubrauchen. Und wir waren auch ganz schön kaputt von der Fahrerei und wollten eh früh zu Bett gehen, um am nächsten Tag mit vollen Elan meinen 32. Geburtstag mit Leben zu füllen.

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